Der Unternehmensberater Hermann Scherer trifft den Nagel auf den Kopf: „Ein handfestes Problem ist immer ein guter Anfang.“ Das schließt auch deine Art zu denken und zu fühlen ein. Meistens bringt dich erst ein handfestes Problem zu einer Veränderung.

Mindset und Mindset ändern. Das gerade im Internet sehr populäre und inflationär verwendete Wort Mindset ist in aller Munde und insgeheim verhasst, was keiner so wirklich zugeben würde. Warum? Weil das Verb „ändern“ dummerweise mit einer Aktion verknüpft ist. Und was wir Menschen in der Regel nicht wirklich wollen (da inkludiere ich mich gerne selbst), ist Veränderung. 

Die wenigsten Menschen, die ich persönlich kenne (mich eingeschlossen), schreien laut und deutlich „Hurra!“, wenn es etwas Unangenehmes zu verändern gilt – vor allem dann, wenn der Selbstwert, das Selbstbewusstsein, die Selbstliebe oder die Selbstachtung betroffen ist.

Wenn du zu denen gehörst, die bei Veränderung nach vorne stürmen und laut „Hier!“ rufen: Ich ziehe meinen Hut vor dir. Ehrlich! Für mich ist das noch nach Jahren ein zähes Ringen bei Veränderungen, auch wenn ich mittlerweile sehr gut darin geworden bin. Aber ich würde Problemen lieber aus dem Weg gehen, als diese anzupacken. Nur weiß ich aus Erfahrung, dass die Probleme liegenbleiben und mich einholen, wenn ich außen herumgegangen bin.

In diesem Blog geht es um die Herausforderung, deine ausgetretenen Gedankenpfade zu verlassen, das Ausmisten deines Gehirns und das Platzschaffen für Neues in deinem Gehirnschrank.

 

Mal schnell den Mindset ändern

Hand aufs Herz: Wenn es wirklich so einfach wäre, den Mindset zu ändern, dann hätte jeder oder jede bereits, was er oder sie gerne möchte: z. B. einen Umsatz im sechsstelligen Bereich, das angestrebte Körpergewicht, den idealen Beruf, den passenden Traumpartner, die abbezahlte Immobilie, das gewünschte Jahresgehalt von 150.000 € plus oder, oder, oder. Ich glaube nicht, dass du dich mit 50.000 € zufrieden geben würdest, wenn dir ganz locker 100.000 € angeboten würden. Oder würdest du lieber die Ein-Zimmer-Wohnung nehmen, wenn dir jemand für das gleiche Geld ein Haus mit Garten oder eine größere Wohnung anbieten würde? Eher selten.

Aber wenn es so einfach wäre, gäbe es nur erfolgreiche Unternehmen, vorbildliche Führungskräfte, hochmotivierte Mitarbeiter und ein Leben im Überfluss für jeden Menschen. Meine Erfahrung sieht anders aus. Fakt ist: Die meisten Menschen sind immer noch auf dem Weg zu ihren Zielen, aber dort noch nicht angekommen. Warum? Weil unser Mindset im Weg ist und der Mensch eher veränderungsunwillig sind.

Ich arbeite seit 20 Jahren als Trainerin und Unternehmensberaterin. Seit acht Jahren bin ich selbstständig. Mein tägliches Brot sind Beratung, Training und Coaching von Menschen und Unternehmen, wenn es um Potenzialentfaltung geht. Und eines stelle ich immer wieder fest: Veränderungen sind Herausforderungen für uns.

Ich kenne Führungskräfte, die mehr oder weniger erfolglos Trainings und Coachings zum Thema „Führung von Mitarbeitern“ erhalten haben. Oft bin ich heilfroh, dass ich diesen Managern nicht unterstellt bin. Meiner Erfahrung nach ist die Änderung des Mindset der beste Garant für nachhaltigen Erfolg, setzt aber das Verlassen vieler Komfortzonen voraus. Und Veränderung braucht Zeit und Mut!

 

 

Du brauchst im Durchschnitt 66 Tage

Dein Gehirn kann nur einen sehr kleinen Anteil der Informationen aufnehmen, die du wahrnimmst. Deshalb filtert es für dich nach eigenem Gusto Informationen heraus und speichert diese ab. Dein Gehirn tut dabei allerdings so, als ob es den Gesamtüberblick hätte. Das heißt, dass es Informationslücken selbstständig auffüllt oder dir problemlos etwas vormachen kann.

Auch wenn du glaubst, dass du die Welt in ihrer Ganzheit durchdringst, ist dem nicht so. Du kannst erst dann angemessen auf eine Situation reagieren oder sie einschätzen, wenn du lernst, auf diese nicht mehr aus einem alten Muster heraus zu reagieren. Wenn du also etwas verändern willst, musst du deine im emotionalen Gehirn gespeicherten Erlebnisse neu bewerten, neu abspeichern und ein neues Verhalten trainieren.

Und das geht nicht von heute auf morgen. Philippa Lally, ESRC Postdoctoral Research Fellow am Health Behaviour Research Centre in London, hat mit ihren Kollegen untersucht, wie lange Menschen im Durchschnitt für die Veränderung einfacher Gewohnheiten brauchen.

Hierunter fielen neue Gewohnheiten wie z. B. jeden Morgen 15 Minuten Sport zu machen oder mittags Obst oder Salat zu essen. Das Ergebnis war sehr verblüffend: Im Durchschnitt brauchten die Teilnehmer der Studie 66 Tage für eine nachhaltige und dauerhafte Veränderung!

 

 

Vom Trampelpfad zur Autobahn

Im Durchschnitt 66 Tage. Ist das der Zeitraum, den du für den Aufbau neuer Gewohnheiten oder Denkmuster im Kopf hattest? Es fällt deinem Gehirn übrigens deutlich leichter, neue Routinen aufzubauen, als alte Gewohnheiten abzulegen. Neue Gewohnheiten löschen auch dummerweise bestehende Gewohnheiten nicht aus. Das wäre auch zu leicht gewesen.

Sorge dafür, dass die neue Gewohnheit einen stärkeren Einfluss auf dein Verhalten hat. Wenn du also deinen Mindset (deine Glaubenssätze, Gedanken und Gefühle) verändern willst, hilft es, dir hierfür Zeit einzuplanen. Und die wenigsten Menschen, die ich kenne, arbeiten konsequent mindestens acht Wochen an ihrem Mindset.

Aber genau darum geht es bei einem veränderten Mindset. Das ist umso herausfordernder, wenn es um komplexere Dinge wie mehr Selbstwert oder die Veränderung bestehender Glaubenssätze geht. Dabei ist ein Glaubenssatz nichts anderes als ein Gedanke, den du immer wieder denkst – aber in der Regel ein sehr, sehr hartnäckiger Gedanke.

Jedes Mal, wenn du dich selbst sabotierst, lösen deine Gedanken eine elektrische Ladung im Gehirn aus und deine Synapsen wachsen enger zusammen, damit der Abstand zur Überquerung der elektrischen Ladung verringert wird. Deshalb fühlst du dich auf Dauer auch schlechter und nicht besser.

Ganz banal formuliert: So machst du kontinuierlich mit deinen Gedanken aus einem kleinen Trampelpfad eine super-duper achtspurige Sabotage-Autobahn.

 

 

Deshalb funktioniert positives Denken oft nicht

Denkst du auch viel positiv? Und trotzdem verändert sich nichts gravierendes in deinem Leben oder Beruf und bist deshalb frustriert? Das positive Denken und Visualisieren nutzt dir nichts, wenn deine Gefühle an einer ganz anderen Baustelle sind.

Du kannst monatelang positiv denken: Wenn dein Kopf etwas visualisiert und du gleichzeitig negative Gefühle in dir spürst, funktioniert es nicht. Wenn du z. B. den Glaubenssatz verinnerlicht hast, dass du nicht gut genug bist, fühlst du dich (verständlicherweise) schlecht dabei. Das kannst du dir im Kopf auch mit positivem Denken nicht schönreden. Dein Gefühl wird deinen Kopf problemlos übersteuern. Deshalb ist der erste Schritt, den GLAUBENSSATZ zu verändern.

Dein Denken und deine Gefühle müssen im Einklang sein. Anders funktioniert es nicht. Nicht der Geist bestimmt die Materie, sondern das Gefühl bestimmt die Materie. Ich habe selbst über Jahre hinweg versucht, mir in Gedanken etwas vorzustellen, während meine Gefühle eher negative als positive waren.

Das hat schlichtweg nicht funktioniert. Ich habe mir im Kopf etwas Schönes ausgedacht, mich dabei gleichzeitig schlecht gefühlt und habe mich so selbst sabotiert. Auf dem Weg, das zu verändern, habe ich mehr Wege entdeckt, wie es nicht funktioniert, als Wege, die funktionierten.

 

 

So bekommst es hin

Wenn du etwas verändern möchtest, mache es in dieser Reihenfolge, die dich Schritt für Schritt zum Ziel bringt:

Schritt 1: Fühle!
Zuerst verändere deine Glaubenssätze und deinen Gefühle zu den Thema, welches du verändern willst.

Schritt 2: Denke!
Dann definiere, welche Ziele du in welchem Zeitraum zu deinem Thema umsetzen willst.

Schritt 3: Handele!
Erst dann gehst du los und bleibst 66 Tage hartnäckig dran.

 

Du willst deinen Mindset in eine bestimmte Richtung ändern? Das ist eine Vision.
Und eine Vision ist ein Gedankenspiel mit Umsetzungsauftrag. Vom „ich werde darüber nachdenken“ hat sich bisher bei noch keinem Menschen dauerhaft verändert.

 

MUT-volle Grüße
„ich habe in meinem Leben mehr Komfortzonen verlassen, als mir lieb war“ Angélique Morio

 

 

 

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