Manchmal sind 3 Meter gefühlte 10 Meter!

 

Ernest Hemingway hat Recht mit seinem Zitat. “ Mut ist Anmut unter Druck“. Mut hat ganz oft etwas mit eigenem Druck zu tun. In diesem Blog geht es um Mut und die Chance durch Überwindung eigene Grenzen zu sprengen, um Neuland zu finden.

 

Boom-Boom-Boom

 

So schnell klopft mein Herz, wenn ich nur daran denke.

Manchmal muss man mutig sein und dieser Mut fehlt mir manchmal. Deshalb habe ich mir eine Aufgabe gegeben: Ich will vom 3-Meter Sprungbrett springen, was mit meiner Höhenangst kein Zuckerschlecken wird. Am liebsten würde ich auf dem Sprungbrett stehen und ein Seil dranbinden. Dann seile ich mich gemächlich ab und stecke vorsichtig meinen Zeh in das Wasser, ob mir die Temperatur passt. Zum Schluss gleite ich sanft hinein. Leider funktioniert das weder im Leben noch im Business so. Wir müssen kontrolliert springen, wenn wir etwas erreichen wollen, egal ob uns das gefällt oder nicht.

 

Boom-Boom-Boom-Boom – MUT wird jetzt dringend benötigt

 

So schnell klopft mein Herz, wenn ich nur daran denke.

In 60 Minuten werde ich im Schwimmbad auf diesem Sprungbrett stehen und machen, was ich in meinem Leben und in meinem Unternehmen nicht so gerne mache: SPRINGEN! Mein Magen ist verkrampft, wenn ich nur daran denke, und mein Puls ist stark beschleunigt. Ich gehe in meinen Kopf verschiedene Sprungszenarien durch. Dabei beschäftigt mich die bescheuerte Frage, ob ich mir im Sprung die Nase zuhalten darf, ob das doof aussieht und was vielleicht die anderen denken könnten.

Eigentlich wollte ich um 9:00 Uhr im Schwimmbad sein. Eigentlich. Die Fahrt dorthin dauert 30 Minuten. Aber ich mache das, was ich gerne in mir unangenehmen Situationen mache: Ich schiebe sie vor mir her. Plötzlich fällt mir noch ein, dass ich unbedingt vorher noch den Müll ausleeren muss. Vielleicht aus Angst, dass dieser schon ausgeleert sein könnte, ehe ich wiederkomme? Auch die Auswahl des passenden Sprung-Bikinis dauert entgegen meiner sonstigen Natur überaus lange. Ich überlege, ob heute ein guter Tag zum Springen ist oder ob ich das Ganze nicht einfach auf einen anderen Tag oder auf nie verschiebe.

 

Boom-Boom-Boom-Boom-Boom

 

Mittlerweile schlägt mein Herz schon bis zum Hals.

Mir wird klar, dass ich mit Verschieben nicht weiterkomme und fahre los. Auf der einspurigen Bundesstraße fahren mehrere LKWs hintereinander mit 70 Stundenkilometer. Ich glaube, ich habe mich selten in meinem Leben so über langsame LKWs gefreut. Am Parkplatz angekommen, überlege ich ernsthaft, meine Mission abzubrechen. Das Muster kommt mir bekannt vor, ich bewege mich lieber auf sicherem Terrain. Da bin ich zu Hause. Doch ich habe mich entschieden: Ab heute steige ich in meinen eigenen Mutexpress und mache nur noch das, was ich wirklich will. Aber ich weiß: diese Mission wird kein Zuckerschlecken.

 

Boom-Boom-Boom-Boom-Boom-Boom – mir fehlt fast der MUT

 

Mittlerweile schlägt mein Herz schon bis zu den Haarspitzen.

 

Ich steige auf das 3-Meter Brett und denke mir: „Scheiße, Angélique, das ist echt tief“. Die Bademeisterin erkennt meine Notlage und kommt zu mir rüber. Sie erklärt mir, dass ich nach vorne schauen soll, weil es mir sonst viel tiefer vorkommt. Na, die hat gut reden. Sie bleibt nebendran stehen und sagt: „Wenn du ins Wasser springst und etwas passiert, werde ich dich retten“. Eine wirklich süße Geste. Das Adrenalin rauscht durch meinen Körper und ich weiß, es gibt keinen Weg mehr zurück. Ich werde unter gar keinen Umständen wieder nach Hause fahren, ohne gesprungen zu sein.

Oben zittere ich am ganzen Leib und überlege ewig hin und her, wie ich das machen soll. Es dauert ewig. Dann fasse ich mir ein Herz und lasse mich fallen. Während des Sprungs kommt es mir sehr lang vor, bis ich in das Wasser tauche. Die Bademeisterin steht am Rand und klatscht. Ich bin unheimlich stolz auf mich. Also klettere ich wieder hoch und springe noch zwei Mal. Ich weiß aufgrund der Hirnphysiologie, dass wir nur durch Wiederholung neue Synapsenverbindungen schaffen können.

Boah!!! Ich bin so stolz auf mich und blicke hoch zum 5-Meter Sprungturm. Keine gute Idee, Angélique! Aber ich komme im Adrenalinrausch auf diesen EINEN dummen Gedanken. Dort oben geht es ans Eingemachte und ich mache, was ich so oft mache. Ich folge blind meiner Intuition.

So steige ich auf den Sprungturm und schaue vorsichtig über die Kante. Mein Zittern verstärkt sich und ich weiche panisch zurück. Aber ich weiß auch, dass ich mir eine wichtige Lernerfahrung nehme, wenn ich jetzt die Treppen nach unten nehme. Mein Zittern verstärkt sich. Mittlerweile kann ich meinen ganzen Körper nicht mehr ruhig halten und sehe auf dem Sprungturm aus wie ein Junkie auf Drogenentzug.

 

Boom-Boom-Boom-Boom-Boom-Boom-Boom-Boom-Boom – jetzt braucht es ganz viel MUT

 

Mein Herzschlag steigert sich ins Unermessliche!

Immer wieder blicke vorsichtig über die Kante und gehe sofort wieder weg. Mir wird klar, dass ich meine persönliche Grenze nicht über WOLLEN, sondern nur über TUN verschieben kann. Deshalb entscheide mich zu einer drastischen Maßnahme. Ich zähle von 30 runter und gehe mit jeder Zahl Minischritte nach vorne. Bei Null wird es kein Zurück mehr geben. Ich kann meine Grenzen nicht in einer Komfortzone verschieben. Bei der Zahl Null höre ich meine innere Stimme „Spring!“ rufen. Und ich springe. Während ich falle, ist es ganz ruhig in mir, wie im Auge eines Hurricanes. Keine Gedanken, keine Wahrnehmungen, nur ein großes Nichts.

Dann spüre ich wie mein Körper ins Wasser taucht. Als ich wieder hochkomme, laufen mir vor Stolz die Tränen übers Gesicht. Es ist unglaublicher Unterschied, ob man sich etwas VORSTELLT oder ob man etwas UMSETZT! Die Bademeisterin nimmt mich lachend in den Arm und freut sich mit mir. Ich bin unglaublich stolz auf mich und meine Leistung und kann es kaum fassen, dass ich mich DAS getraut habe.

 

Manchmal nutzt alles Reden nichts.

Manchmal musst du einfach springen, wenn du etwas verändern willst. 

 

Ich freue mich auf deinen Kommentar. Pass auf dich auf und bleib gesund!

Angélique Morio

 

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